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Unser Atem ist fähig, unser Leben negativ und positiv zu verändern



Vielleicht denkst du gerade: »Atmen, wozu? Das macht mein Körper doch sowieso!« Stimmt, solange wir leben, atmen wir, denn wir brauchen Sauerstoff.


Vor einiger Zeit hatte ich die große Freude, einen ganz besonderen Menschen und Lehrer von mir im Bereich Atmung kennenzulernen – Wim Hof „The Iceman“wer ihn nicht kennt, ich werde ihm in der kommenden Zeit einen Beitrag widmen. Er hat mich in unserem Gespräch dazu inspiriert, den folgenden Beitrag zu schreiben.


Wir atmen ca. 22.000 Mal pro Tag, meist unbewusst. Atmen ist der einzige Prozess in uns, den wir kontrollieren können und der automatisch abläuft. Dies ist, laut Dan Brulé – dem Bruce Lee der Atemarbeit – weniger Zufall, sondern vielmehr eine Einladung, an unserer natürlichen Entwicklung teilzunehmen.

Wenn wir aktiv Einfluss auf die Atmung nehmen, können wir uns das wie eine Art Fernbedienung für unser autonomes Nervensystem vorstellen, welches wir über die bewusste Atmung stimulieren. Wenn wir darüber hinaus beginnen, unsere Atmung genauer zu beobachten, sind die individuellen Details wie Türen, die uns zu neuen und tiefen Fähigkeiten führen können.


Als Kleinkind bin ich in der Erkundung der Welt ziemlich frei gewesen. Der Beginn der Schulzeit hatte bei mir viel Leid ausgelöst. Ich konnte nicht verstehen, was die Außenwelt plötzlich von mir wollte – Ruhig sitzen, auf Knopfdruck auf etwas konzentrieren, das überhaupt nichts mit mir zu tun hatte, z. B. einen Igel aus einem Holzstück feilen.


Die freie Erkundung der Welt wird durch unsere Sozialisation und Schule und massiv eingeschränkt.


Heute weiß ich, was damals für mich nicht zu verstehen war – Plötzlich still sitzen. Nicht mehr bewegen, wenn meinem Körper danach war. Fremde Inhalte vorgesetzt bekommen, wie z. B. dieser Igel, war einfach nicht in meinem Interesse, entsprach nicht meiner Forschungsreise und hatte absolut nichts mit mir zu tun.


Es führte jedoch zu Spannungen, negativem Stress und schlechter Stimmung bis weit in die Familie hinein – weil ich schlicht wenig Bock hatte still zu sitzen, meine Forschungsreise auf Befehl zu unterbrechen und einen Igel zu feilen.


Solche für die meisten Kinder nicht wirklich zu verstehenden Konflikte, hinter denen bis heute steht: „Lerne den Befehlen und Anweisungen der Großen zu gehorchen, auch wenn dein Lebensimpuls gerade ein anderer ist“, führt dazu, dass wir unsere subjektive Natur verleugnen lernen.


Wir lernen Gefühle, wie Aggressionen, Wut und Ohnmacht bei uns abwerten, sie zu unterdrücken, falsch zu deuten, um am Ende besser zu funktionieren.

Diese Art Konflikte erzeugt unser Schul- und Erziehungssystem vielfach und führt bei vielen Menschen zu übermäßigem Anpassungsdruck und folglich negativem Stress.


Was hat das jetzt alles mit der Atmung zu tun?


Unsere Atmung ist ein mächtiges Tool, welches uns in beide Richtungen zur Verfügung steht. Freiheit und Kontrolle.


Wir halten in Konflikten und traumatischen Stationen den Atem an, reduzieren oder erhöhen die Intensität, die Geschwindigkeit, trainieren ganz spezielle Atemmuster, um mit den jeweiligen Herausforderungen des Lebens fertig zu werden.


Wir lernen und automatisieren unbewusst, der Gesundheit schädigende Atemmuster, um Druck, Angst und Ohnmacht auszuhalten, uns an die Umwelt anzupassen und zu funktionieren.


Ich selbst habe als Kind mit ca. 10 Jahren Heuschnupfen bekommen, später wurde Asthma diagnostiziert. Die WHO warnt vor Heuschnupfen und Allergien als ernst zu nehmende Gesundheitsgefährdung mit nahezu pandemischen Ausmaßen. Allein in Deutschland sind 20 – 30 Millionen Bundesbürger betroffen. Und Asthma die häufigste chronische Atemwegserkrankung auf der Erde, mit geschätzt 200 Millionen diagnostizierten Fällen ist auch die häufigste chronische Erkrankung im Kindesalter.


Diese „Störungen im System“ gehen weitestgehend auf genetische Dispositionen, Umwelteinflüsse, Schlafverhalten, Bewegungs-Kuriositäten, schlechte Ernährung und unsere Atmung zurück. Diese Faktoren führen natürlich auch zu vielen andere Leiden – Volkskrankheiten, Autoimmunerkrankungen, Depressionen etc.


Sehen wir uns die ersten drei Faktoren kurz an:


  1. Genetische Disposition? Dagegen können wir scheinbar wenig machen. Wobei die Epigenetik mittlerweile spannenden Forschungsergebnisse präsentiert, inwieweit es möglich ist durch unser Bewusstsein und Verhalten Gene ein- und auszuschalten.

  2. Umwelteinflüsse? Auch nur bedingt, aber da geht schon was. Mal die Heizung nicht voll aufdrehen. Wasserfilter. Später in verträglichere Gegenden umziehen. Umweltgifte meiden. Allgemein mehr in die Natur – ans Meer, in die Berge, in den Wald.

  3. Schlafverhalten? Schlaf ist der Biohack schlechthin – Besserer Schlaf führt zur Verbesserung der meisten individuellen Beschwerden, ist nur nicht immer sofort aus dem Ärmel zu schütteln.


Die anderen drei Faktoren Bewegung – Ernährung – Atmung liegen schon mehr in unserer Hand.


Und Atmung ist genau wie Bewegung und Ernährung auch einer dieser evolutionären Werkzeuge, deren Einfluss auf Körper und Geist stark unterschätzt werden.


Vereinfacht geschrieben können Atemtechniken dir helfen, Energie auszugleichen und zu erhöhen, zu heilen, Kraft zu tanken und Klarheit zu schaffen. Doch zuallererst helfen sie dir, wieder bei dir anzukommen, eine Verbindung zu dir herzustellen und aus dem Funktionieren auszusteigen.


Als ich das erste Mal Asthma diagnostiziert bekommen habe, sagte der Arzt auf meine Frage, was ich denn dagegen tun könnte: „Nichts, finden sie sich damit ab. Nehmen Sie regelmäßig die Medikamente, sonst bekommen sie schwere Probleme und begeben Sie sich in Todesgefahr.“


Für mich war es bis hierher eine lange Reise, mit vielen Irrwegen. Heutzutage nehme ich glücklicherweise so gut wie gar keine Medikamente mehr.

Heute weiß ich, dass wie wir atmen einen großen Einfluss auf unser Leben hat.


Unser Atem ist ein Werkzeug mit heilender und transformierender Wirkung. Er begleitet uns alle jederzeit und kostet nichts.


Wie ist es mit dir, hast du schon mal Atemtechniken, Meditation oder Achtsamkeitsübungen ausprobiert?

Welches sind deine Favoriten und baust du sie in deine tägliche Routine mit ein?


Schreib mir gern in die Kommentare – ich freue mich auf Austausch




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Eine gute Zeit wünscht euch Fabian Surrey





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